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Einfach schön

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und
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Medien- und Bürgerfragen – KalliEco antwortet!

1. Welchen finanziellen Beitrag leistet ihr bisher persönlich und über eure Vereine in Sammatz zur Stärkung unserer Staatsfinanzen?

Die Sammatzer Initiativen spülen natürlich auch Einnahmen ins Portemonnaie der öffentlichen Hand. Der Besuch unserer Garten- und Parkanlagen ist allerdings für jeden Besucher kostenfrei. Doch Landwirtschaft und angegliederte Verarbeitungsbetriebe, Café und Hofladen sind gewöhnliche Geschäftsbetriebe, deren Einnahmen wie überall versteuert werden. Sozialtherapie und Kultur werden von gemeinnützigen Trägern geführt.
Dazu profitiert die umliegende Region in vielerlei Hinsicht von den Sammatzer Initiativen: Gastronomie und Verkehr, Einzelhandel und Übernachtung, Bau- und verwandte Gewerbe, touristische Ziele und kulturelle Events. Auch sind wir einer der größten Arbeitgeber im nördlichen Landkreis, der größte unserer Gemeinde.

3. Wie definiert ihr den Begriff Schönheit?

KalliEco charakterisiert den Begriff der Schönheit aus der Beobachtung der Natur. Diese lebt im Rhythmus von Werden und Vergehen, von Sommer und Winter, von Leben und Tod. Schön ist das Werden, das aufblühende Leben, die Harmonie. Hässlichkeit oft das Vergehen, der Verfall. Hier ist zwar auch viel Schönheit zu finden, doch meist hinter der äußeren Erscheinung. Augenscheinlich sind die Todeskräfte, sich auflösende Harmonie.
Auch die menschliche Kultur in ihrem Verlauf unterliegt diesem Rhythmus. Die alte griechische Kultur war noch von Schönheit, von Leben geprägt, vom Respekt der Natur gegenüber. Unsere Zeit lebt das Nützlichkeitsprinzip, dass durch seine Ausschließlichkeit nur Zerstörung, Hässlichkeit, Disharmonie erzeugt.
Dem Schönheit, keimendes Leben hinzuzustellen, sieht KalliEco als Zeitaufgabe. Denn Schönheit hat Respekt vor Natur und Mensch. Sie führt aus sich heraus zu nachhaltigem Wirtschaften, umweltorientierter Lebensführung, sozialverbindlichem Verhalten.
Schönheit im Leben, in Kunst und Natur: Ob in Garten und Park, in Dorf- oder Stadtgestaltung, im Ausdruck des menschlichen Antlitzes. Schönheit setzt Impulse zur Heilung der heute von Abbaukräften geprägten menschlichen Kultur. Sie stellt der Nützlichkeitskultur die Aufbaukräfte der Kallistik, der Schönheit entgegen. Nicht abgefahren in Neverland, sondern mitten im Leben, in Stadt und Land. Nützlich, nachhaltig, schön. Starten wir durch!

5. Wo sollen die dringend notwendigen jungen Familien wohnen und bei welchem Arbeitgeber arbeiten?

Wir in Sammatz machen das so: wir bauen Häuser für junge Familien aus Deutschland und aller Welt, die hier wohnen und arbeiten wollen. Es gibt überall Arbeit genug. Sie ist einfach nur falsch verteilt.
Hier sei nur ein Bereich hervorgehoben: die Pflege. Das gilt für Mensch und Natur. Pflege wird allerdings nur im geringen Maße vom Staat finanziert. Es muss daher eine Umfinanzierung stattfinden, mehr Priorität auf den genannten Bereich gelegt werden. Es braucht mehr Pflege für hilfsbedürftige Menschen, ob in Altersheim oder Hospital. Ebenso braucht es Pflege für die notleidende Natur.
Dazu kommt die Frage der Trennung von Arbeit und Einkommen. Für uns eine große gesellschaftliche Frage. Es gibt die Idee des Grundeinkommens für alle, durch das im Idealfall alle versorgt wären und jede/ jeder frei über den Einsatz seiner Arbeitskraft entscheiden könnte.
Viele Menschen würden gern in den genannten Bereichen mitwirken. Es könnten sich wichtige Arbeitsfelder entwickeln, wären die Menschen frei, dort zu arbeiten. Aber sie können es nicht, weil sie dort nicht bezahlt werden. So können sich viele Menschen nicht in rechter Weise ins gesellschaftliche Leben einbringen. Das bedingungslose Grundeinkommen hilft hier.
Das sind große Fragen, auch für die Kommunalpolitik. Der Anstoß für solche Änderungen muss von unten kommen, von den mündigen Bürgern. In der Gemeinde, der Samtgemeinde und dem Landkreis sind mit den gebotenen Mitteln schon kleinere Maßnahmen durchführbar:
Bürger könnten Dörfer und Städtchen verschönern, könnten landwirtschaftlichen Betrieben ermöglichen, auf ökologische Bewirtschaftung umzustellen, könnten Nachbarschaftshilfe leisten.
All das sind beispielhafte Initiativen, die gerade aktive junge Menschen, junge Familien dazu bringen, sich in unseren Dörfern und Städtchen anzusiedeln. Arbeitsplätze entstehen, wo Menschen neue Wege gehen. Dazu müssen wir neue Strukturen schaffen. Die Türen stehen offen.

7. Woher sollen die nachwachsenden Rohstoffe für die klimaneutrale, mobile Region kommen?

Wir denken nicht, dass diese Frage im kommunalpolitischen Rahmen der Gemeinde Neu Darchau oder in anderen Gremien des Landkreises zu beantworten ist, da die klimaschädlichen Wirkungen auf Erde, Wasser, Luft bis hin zur Wärme letztendlich nur global zu lösen sind. Bewegungen wie Fridays for Future sind wichtig, dass überhaupt ein Bewusstsein dafür entsteht. Offensichtlich hinken die staatlichen Maßnahmen hier den Notwendigkeiten weit hinterher.
Doch lassen sich an vielen Stellen bereits in der Kommunalpolitik Anregungen und Maßnahmen für nachhaltiges Handeln umsetzen. Die Energiefrage steht hier an erster Stelle. Und die muss nicht durch nachwachsende Rohstoffe gelöst werden. Monokulturen führen hier in keiner Weise weiter.
Das Wendland zu einem ‹energieunabhängigen Modellprojekt› zu machen – wir haben im Kleinen am Michaelshof in Sammatz damit angefangen. Hier betreiben wir neben dem öffentlichen ein paralleles Stromnetz mit Photovoltaik und Batteriespeichern. Es wird durch eine intelligente Steuerung versucht, Peaks zu vermeiden und den Eigenverbrauch auf das Maximum zu erhöhen. Durch Visualisierung und Aufklärung wird ein stärkeres Energie-Bewusstsein der Verbraucher geschaffen. So etwas funktioniert in Gemeinschaften, wo Menschen zusammenkommen und gemeinsam etwas wollen. Jedes Dorf kann so eine kleine Gemeinschaft werden - das ganze Wendland eine große! Üblicherweise werden Solaranlagen oder andere erneuerbaren Energieerzeuger bei einem Energieüberangebot aus der Ferne abgeschaltet. Wertvolle Energie geht verloren und Eigentümer (‹Produzenten›) werden entschädigt. In kleinen Energiegemeinschaften› kann diese Energie gespeichert oder in andere Formen gewandelt und genutzt werden. KalliEco hilft gern bei der Umsetzung.

9. Wie wollt ihr die Investitionen finanzieren? Habt ihr ein paar abschließende Worte zu den Fragen?

Im sanften Tourismus sehen wir das Hauptkapital für die Zukunft des Landkreises – und dafür müssen wir die finanziellen Fördermittel, die es für die verschiedenen Zwecke gibt, abrufen. Auch hierzu sollten regionale Beratungsstellen im Wendland eingerichtet werden. Darüber hinaus ließe sich eine Investitionsfinanzierung sicherlich bewerkstelligen. Im Umfeld von KalliEco denkt man daran, eine kleine Stiftung/einen Fond einzurichten, der helfen kann, die genannten Ziele zu erreichen. Wir sind, wenn es ums Geld geht, im Gespräch. Dabei ist insbesondere eine Startfinanzierung, eine Unterstützung für umstellende landwirtschaftliche Betriebe in den ersten Jahren unerlässlich. Doch ebenso für alle anderen nachhaltig arbeitenden Betriebe und Start-Ups. Insbesondere Bereiche wie Hotellerie, Freizeit, regionale Produkte und andere Initiativen, die etwas für die Marke ‹Wendland› tun, sollten bei Bedarf für die ersten fünf Jahre durch eine solche Anfangsfinanzierung die nötige Unterstützung erhalten. Ab dann sollte spätestens kostendeckend gearbeitet werden. Das ist gut möglich, da wir überzeugt sind, dass eine ‹Modellregion Wendland›, eine ‹Modellregion Lüchow-Dannenberg› nicht nur in Deutschland, sondern sogar in Europa und weltweit zustimmend angenommen würde. Ist ‹Pepp› dahinter, werden viele Menschen unsere Region besuchen, wie wir es bereits jetzt bei unserem ‹Modellprojekt Sammatz› täglich erleben.

2. Wie soll dieser Landkreis, diese Samtgemeinde jemals finanziell unabhängig werden?

Die kurze Antwort: Durch Tourismus. Nachhaltiger oder sanfter Tourismus ist der Wirtschaftszweig, der den Voraussetzungen Lüchow-Dannenbergs wie auch der Samtgemeinde Elbtalaue am meisten entspricht. Nur wird bisher zu wenig daraus gemacht! Das Wendland könnte eine Modellregion sein, in der die Menschen mit der Natur, auch miteinander auf eine andere Art umgehen. Dadurch hätte die Region ein spezielles Flair. Menschen bekommen Lust, in eine solche, wirklich erholsame, regenerierende Atmosphäre zu Besuch zu kommen. Dafür bietet insbesondere auch das Elbufer mit seiner Natur, dem Reiz des großen Flusses, viele Möglichkeiten. In enger Zusammenarbeit mit dem hiesigen Biosphärenreservat könnte sich ein vorbildlicher Tourismus entwickeln.
Dabei muss natürlich erwähnt werden, dass es für all das schon seit Jahrzehnten zum Teil gute Ansätze und erfolgreiche Projekte gibt – man denke nur an die ‹Kulturelle Landpartie›. Wir glauben jedoch, dass hier noch viel mehr Potential liegt: Eine Region der alternativen Energien, der ökologischen Landwirtschaft, der nachhaltigen Projekte. Eine ‹Modell-Region Wendland›, die weithin bekannt und von nah und fern besucht wird. Die sich KalliEco und viele andere in unserer Region wünschen.
Insofern glauben wir, dass wir als Newcomer bestens geeignet sind gewählt zu werden. Damit dann endlich auch mal was Neues passiert. In unseren Augen gibt es nämlich viel zu wenig Innovation, viel mehr wäre möglich. Dafür steht KalliEco.

4. Wer soll die von Euch favorisierten Schulen / Ausbildungsplätze bezahlen?

Diese werden zunächst, wie bei jeder staatlichen Schule, über die Steuern finanziert, die die Bürger zahlen. Das ist der Bereich des Gemeinwohls, genau wie die medizinische Versorgung und anderes. Dafür sorgt heute der Staat, das gilt für uns ebenso wie für alle Anderen.
Wir favorisieren Schulen in freier Trägerschaft, wie z. B. Waldorfschulen, da wir nicht denken, dass Bildung heute noch die alleinige Aufgabe des Staates ist. Wir denken, dass Lehrer und Eltern viel größere Gestaltungsmöglichkeiten haben sollten. Da haben wir am heutigen Schulsystem unsere Zweifel. Und natürlich wäre eine 100%-Finanzierung für alle Schulen gerecht, egal ob staatlich oder privat betrieben.
Ausbildungsplätze werden üblicherweise vorwiegend von den ausbildenden Betrieben finanziert.

6. Was ist Euer Vorschlag für einen sanften Tourismus, und wieviel Geld soll dieser pro Jahr in den Landkreis bringen?

Wie schon erwähnt, ist sanfter Tourismus eines der Hauptziele von KalliEco, sowohl für Gemeinde, Samtgemeinde und Landkreis.  Wir denken, ‹Wendland› oder ‹Lüchow-Dannenberg› kann zu einer bekannten Marke werden, die für sanften Tourismus, Ökologie, für neue Ideen im sozialen Zusammenhang steht.
Das betrifft alle Ziele von KalliEco: Sozial. Global. Nachhaltig. Einfach schön.
Wir denken, dass in unserer Region dafür ein hohes Potential vorhanden ist, sowohl landschaftlich als auch von der Offenheit der Bürger her.
Wir wünschen uns also mehr Tourismus. Der wird aber nicht kommen, wenn alles so bleibt, wie es ist, sondern er kommt, wenn die Bürger die Kulturlandschaft fortgestalten, wie es sie hier schon seit Jahrtausenden gibt. Eine Kulturlandschaft, die mit der Natur und nicht gegen sie gestaltet ist. Das heißt vor allem: Ausweitung der ökologischen Landwirtschaft inklusive der Bereitstellung von Mitteln zur Umstellung landwirtschaftlicher Betriebe.
Bezüglich ökologisch wirtschaftender Betriebe sollten wir in unserem Landkreis auf eine Quote von 50% kommen. Dazu haben genügend interessante Freizeitangebote bereitzustehen, wie beispielsweise Kletterparks, naturpädagogische Wanderungen und Wanderpfade, erlebnisreiche Verkehrswege und vieles mehr. Wobei wir wichtig finden, dass die Einstellung der Menschen in unserem Landkreis ein bestimmtes Flair vermittelt, das für Besucher von nah und fern erlebbar ist. So wie wir es auf dem Michaelshof schon erfolgreich gemacht haben, wo Gäste erleben, dass die Menschen vor Ort offen für Begegnungen, für Internationalität, für Neues sind. Dass sie gerne mit anderen Menschen ins Gespräch kommen. Eine ehrliche Willkommens-Kultur sollte üblich sein und nicht nur das Für-Sich-Leben in den eigenen vier Wänden oder hinter dem eigenen Gartenzaun. Dass wir unser eigenes Privatleben führen, ist ja selbstverständlich. Aber für ein zufriedenstellendes Leben braucht es einen Rhythmus von Ein -und Ausatmen. Einatmen: Privatleben. Ausatmen: sich zu anderen Menschen hinwenden. Und das könnte eben für viele auch heißen, als Bürger im Landkreis daran mitzuwirken, dass sanfter Tourismus immer mehr zu einer bekannten Marke unserer Region wird.
Wie viel Geld dadurch in den Landkreis fließt? Wir denken, das mit blühenden Landschaften auch die Wirtschaft des Landkreises aufblühen wird. Ziehen viele mit, werden wir einen deutlichen Aufschwung erleben.

8. Wann und wie wollt Ihr die hier lebenden Erwerbsfähigen ohne Arbeit bzw. die gering verdienenden Selbständigen in Arbeitsverhältnisse bringen, welche diesen Menschen einen finanziell sorgenfreien Lebensabend bescheren können?

Die Gründe, warum Menschen keine Arbeit haben oder auch scheinbar ‹nicht arbeiten wollen›, sind so vielfältig wie die Menschen selbst. Das sind oft Lebensfragen. Das Problem der gering verdienenden Selbstständigen gibt es seit Beginn der Arbeitsmarktreform. Ähnliches ließe sich zum „sorgenfreien Lebensabend“ sagen – Stichwort Rentenvorsorge. Das sind auch gesamtgesellschaftlich ungelöste Probleme.
Zur Frage, wie es auf dem Land überhaupt genug Arbeit für alle geben kann, haben wir oben einige Ideen geäußert. Die für uns wichtige Frage ist hier: Wie entsteht ein soziales Klima, in dem Menschen gern arbeiten wollen, in dem sie das Gefühl haben, gebraucht zu werden? Hier kann auf kommunaler Ebene viel gemacht werden. Das heißt aber für alle: zusammenkommen!
So könnte es interessant sein, einmal in Neu Darchau einen Aufruf zu starten, eine Zusammenkunft mit den Menschen zu organisieren, die sich in der von Ihnen geschilderten Situation befinden, die eine finanzielle, arbeitsmäßige Not erleben und darüber ins Gespräch kommen möchten.
Da wird es individuelle Lösungen geben, denn das ist abhängig von den Interessen, den Fähigkeiten, dem Willen, den der Einzelne zeigt. So könnten solidarische Gemeinschaften entstehen, in denen der Eine dem Anderen hilft. Mit Ideen, durch Begegnungen und Gespräche, durch finanzielle Hilfe. Lethargien, Resignationen können überwunden werden. Für die Krankenversicherung gibt es Ansätze zu regionalen Solidargemeinschaften – auf dem Feld der Altersvorsorge unseres Wissens noch weniger. Aber der Anfang ist immer: aus der Vereinzelung, aus dem ‹Privaten› herauszukommen und ein Bewusstsein für andere zu entwickeln.
Das ist ein wichtiges Thema. KalliEco sieht sich als Katalysator für solche Gespräche im Rahmen von Gemeinde, Samtgemeinde oder Landkreis.

1. Wohnraum

1. Sollte der Landkreis aus Ihrer Sicht selbst für Wohnraum sorgen, etwa in Form einer Wohnungsbaugesellschaft?

Der Landkreis muss nicht selbst zum großen Bauherrn werden, sollte aber dort gezielte Projekte anstoßen, wo bezahlbarer Wohnraum wirklich fehlt – etwa für Auszubildende, Fachkräfte, ältere Menschen und Menschen mit geringem Einkommen. Solche Vorhaben kommen für uns dann infrage, wenn sie für den Landkreis langfristig finanzierbar sind und Fördermittel von Land und Bund sinnvoll genutzt werden.

3. Der private Bauboom hat in den vergangenen Jahren durch multiple Krisen einen deutlichen Dämpfer erlitten. Wie will der Landkreis besonders junge Familien beim Thema Wohnraum unterstützen?

Bezahlbare Bauplätze, schnelle Bearbeitung von Baugenehmigungen und die Nutzung bestehender Gebäude sind ebenso wichtig wie die Ausweisung sinnvoller neuer Baugebiete. Gleichzeitig müssen wir das Leben im Wendland insgesamt attraktiv machen – mit schönen Ortschaften, starken Dorfgemeinschaften, guten Freizeitangeboten sowie Cafés, Restaurants und lebendigen Treffpunkten. So schaffen wir ein Umfeld, in dem junge Familien gerne bleiben oder sich bewusst für das Wendland entscheiden.

2. Wir haben im Wendland viele große Höfe, auf denen nur noch sehr wenige (ältere) Menschen leben. Welchen Schluss ziehen Sie daraus?

Darin spiegelt sich erst einmal die besondere wendländische Hofkultur, die sich in den letzten Jahrzehnten durch demografischen Wandel, die gesellschaftlichen Veränderungen und die Landflucht in diese Richtung entwickelt hat. Gleichzeitig bieten diese Höfe großes Potenzial – etwa für Mehrgenerationenwohnen, Dorftreffpunkte oder gemeinschaftliche Gärten. Niedrigschwellige Beratungsangebote könnten Eigentümer dabei unterstützen, solche neuen Nutzungsmöglichkeiten für sich zu prüfen.

4. Der Landkreis ist beim Thema Wohnraum vor allem Bau- und damit Kontroll- und Genehmigungsbehörde. Wie können Genehmigungsverfahren in Lüchow-Dannenberg beschleunigt werden? Oder sehen Sie bereits ausreichend Tempo auf diesem Gebiet?

Wir sehen positiv, dass das Tempo bei Genehmigungsverfahren in den vergangenen Jahren zugenommen hat. Weiteres Potenzial liegt sicherlich in konsequenter Digitalisierung, dem sinnvollen Einsatz von KI und klaren Zuständigkeiten. Ebenso wichtig ist eine frühzeitige Beratung zwischen Bauherr und Behörde, damit Anträge vollständig eingereicht und unnötige Rückfragen vermieden werden können.

2. Windenergie

1. Wie stehen Sie zu Windparks im Wald?

Intakte und ökologisch wertvolle Wälder sollten vor dem Bau von Windkraftanlagen grundsätzlich geschützt bleiben. Auf bereits stark geschädigten oder forstwirtschaftlich geprägten Flächen kann eine Nutzung jedoch nach sorgfältiger Prüfung vertretbar sein. Gerade weil im aktuellen RROP-Entwurf große Waldflächen als mögliche Windvorranggebiete vorgesehen sind, braucht es eine genaue Betrachtung jedes einzelnen Standorts statt eines pauschalen Ja oder Nein.

3. Ist die Vorrangfläche im RROP für Ihr Empfinden zu groß oder zu klein?

Wir halten die aktuell vorgesehenen Vorrangflächen zunächst für ausreichend, um die gesetzlichen Flächenziele zu erfüllen. Entscheidend ist nun die sorgfältige Prüfung der einzelnen Standorte auf ihre Eignung, Naturverträglichkeit und tatsächliche Umsetzbarkeit.

2. Naturschutz und Energiewende werden in der Debatte gegeneinander ausgespielt. Wie lässt sich das aus Ihrer Sicht auflösen?

Naturschutz und Energiewende gehören für uns zusammen. Erneuerbare Energien brauchen gute Standorte, eine angemessene Größe der Anlagen, Rücksicht auf sensible Lebensräume und wirksame Ausgleichsmaßnahmen. Mit sorgfältiger Planung und frühzeitiger Bürgerbeteiligung können Klima- und Naturschutz gemeinsam gelingen.

4. Sehen Sie eine Belastung der Anwohner? Wenn ja, wie stellen Sie sich eine Entlastung vor?

Ja, Belastungen entstehen etwa durch Schattenwurf, Lärm und Veränderungen des Landschaftsbildes – und hängen wesentlich von Größe und Anzahl der Anlagen ab. Statt weniger großer Windparks wollen wir ergänzend zum RROP dezentrale Lösungen vorschlagen, etwa kleinere Windräder für einzelne Dörfer und Städte, die einen Teil der örtlichen Versorgung übernehmen. Beim Thema Windkraft braucht es Bürgerbeteiligung, transparente Planung und eine faire finanzielle Beteiligung der betroffenen Bürger. Spricht sich eine deutliche Mehrheit der unmittelbar Betroffenen gegen einen Windpark aus, muss die Planung überprüft und gegebenenfalls geändert werden.

3. ÖPNV

Nach Angaben des Landkreises sind die Kosten von 2020 bis 2025 von knapp 6 auf 15 Millionen Euro angestiegen - eine Steigerung um 150 Prozent.

1. Müssen die Menschen in den nächsten drei Jahren mit Einschnitten im ÖPNV rechnen? Wie könnten diese aussehen?

Wenn sich zeigt, dass einzelne Verbindungen dauerhaft nur sehr wenig genutzt werden und gleichzeitig hohe Kosten verursachen, müssen Anpassungen geprüft werden. Gleichzeitig darf Mobilität im ländlichen Raum nicht schlechter werden. Deshalb setzen wir auf einen bedarfsgerechten ÖPNV, der dort, wo es sinnvoll ist, durch flexible Angebote wie On-Demand-Verkehr, Bürgermobile und Carsharing ergänzt wird. So können wir das Angebot wirtschaftlich gestalten, ohne die Erreichbarkeit der Dörfer aus den Augen zu verlieren.

3. Wie bewerten Sie die im Frühjahr umgesetzte Änderung im On-Demand-Verkehr? Sehen Sie bereits Effekte?

Der On-Demand-Verkehr ist für einen Flächenlandkreis wie Lüchow-Dannenberg eine sinnvolle Ergänzung zum klassischen ÖPNV. Für eine Bewertung der Änderungen im Frühjahr ist es noch zu früh. Entscheidend wird sein, ob das Angebot von den Menschen gut angenommen wird und ihre Mobilität im Alltag verbessert.

2. Muss es neben den bereits bekannten „Bürgermobilen“ weitere Privatinitiativen geben, um die Mobilität im Kreisgebiet zu gewährleisten? Wie sollte der Landkreis diese unterstützen? Bisher gibt es den Mobilitätsfonds mit 50.000 Euro. Kann diese Summe erhöht werden?

Flexible Angebote finden wir grundsätzlich den richtigen Weg. Entscheidend ist, was vor Ort tatsächlich gebraucht und genutzt wird. Für gute, praxistaugliche Ideen sollte der Mobilitätsfonds erhöht und möglichst durch weitere Fördermittel ergänzt werden können.

4. Wie stehen Sie zu einem kreiseigenen Carsharing-Angebot?

Ein kreiseigenes Carsharing-Angebot kann sinnvoll sein, sollte aber gut mit dem bereits bestehenden „Carsharing im Wendland“ abgestimmt werden. Denkbar wären gemeinsame Standorte, eine bessere Sichtbarkeit und eine Nutzung durch den Landkreis selbst.

5. Der freigestellte Schülerverkehr soll zum neuen Schuljahr zurückgefahren und wieder mehr mit dem ÖPNV verkoppelt werden. Ist das eine sinnvolle Maßnahme?

Grundsätzlich ist die stärkere Verknüpfung mit dem ÖPNV sinnvoll. Entscheidend ist aber, dass die Schulwege sicher und zumutbar bleiben und sich die Fahrzeiten nicht deutlich verlängern.

4. Ärzteversorgung

Die Versorgung mit Allgemeinmedizinern und Fachärzten verschlechtert sich zunehmend.

1. Wie kann und will der Landkreis dem entgegenwirken?

Der Landkreis sollte attraktive Rahmenbedingungen schaffen, damit sich Haus- und Fachärztinnen und -ärzte hier niederlassen wollen und eine Praxisnachfolge im Wendland attraktiv wird. Dazu gehören der Erhalt der Elbe-Jeetzel-Klinik, gute Bedingungen für Familien und lebenswerte, blühende Ortschaften.

3. Die Machbarkeitsstudie zu einem Regionalen Versorgungszentrum liegt seit dem Frühjahr vor. Und nun? Was machen Sie mit den Ergebnissen? Wird es ein RVZ in Lüchow-Dannenberg geben?

Die Machbarkeitsstudie liefert eine wichtige Grundlage, um die medizinische Versorgung in unserem ländlichen Raum weiterzuentwickeln. Nun sollte der Landkreis zügig prüfen, welcher Standort tatsächlich infrage kommt, welche medizinischen und sozialen Angebote dort gebündelt werden können und wie Finanzierung und Trägerschaft aussehen, damit eine langfristige Versorgung gesichert wird.

2. Welche Anstrengungen unternehmen Sie, um Mediziner für die Region zu gewinnen?

Wir müssen zeigen, wie lebenswert das Wendland ist. Gute Kinderbetreuung, Schulen, bezahlbarer Wohnraum, Freizeit- und Gastronomieangebote und eine starke Dorfgemeinschaft sind oft genauso wichtig wie die Praxis selbst. Gleichzeitig sollten wir offen für internationale Ärztinnen und Ärzte sein und sie beim Ankommen unterstützen.

4. Der benachbarte Altmarkkreis vergibt jährlich an Studierende ein Stipendium der Humanmedizin und zwei Stipendien der Zahnmedizin. Die Studierenden verpflichten sich, anschließend für eine festgesetzte Zeit in der Region zu praktizieren. Ist das ein Modell auch für Lüchow-Dannenberg?

Ja! Ein Stipendienmodell nach dem Vorbild der Altmark halten wir für einen sinnvollen Baustein. Es löst das Problem nicht allein, kann aber helfen, langfristig mehr Ärztinnen und Ärzte für die Region zu gewinnen.

1. Thema Grundschulen:

1. Wie viele Grundschulstandorte braucht die Samtgemeinde Elbtalaue?

Wenn sich die Schülerzahlen weiterhin so entwickeln wie in den vergangenen Jahren, sollten die sieben Grundschulstandorte erhalten bleiben. Gerade für Grundschulkinder sind kurze Schulwege wichtig.

3. Wo sehen sie konkret den größten Handlungsbedarf in der Elbtalaue-Schullandschaft?

Die größte Herausforderung besteht darin, die gesetzlichen Anforderungen – beispielsweise Mensen, Aufenthalts- und Betreuungsräume für Ganztagsschulen – mit den finanziellen Möglichkeiten der Samtgemeinde in Einklang zu bringen. Dafür brauchen wir kreative, wirtschaftliche und nachhaltige Lösungen.

2. Was werden Sie ganz konkret tun, um den Erhalt dieser Grundschulen nachhaltig zu sichern?

Eine familienfreundliche Samtgemeinde ist die beste Grundlage für stabile Schülerzahlen. Deshalb müssen wir attraktiven Wohnraum schaffen und junge Familien für die Elbtalaue gewinnen – KalliEco hat am Beispiel des Michaelhofes in Sammatz gezeigt, wie das gehen kann.

Gleichzeitig müssen wir die bauliche Infrastruktur der Ganztagsschulen weiter im Blick haben. Insbesondere an kleineren Standorten wie Prisser oder Zernien sollten innovative Lösungen geprüft werden, etwa modulare Bauweisen oder Low-Tech-Konzepte mit langlebigen Materialien und einfacher Gebäudetechnik. So können wir gute Lernbedingungen schaffen, ohne die kommunalen Finanzen unnötig zu belasten.

2. Thema Bäder:

1. Was muss die Samtgemeinde tun, um die drei Bäder in Dannenberg und Hitzacker zu erhalten?

Die Zusammenarbeit mit dem Wasserverband als Betreiber der Bäder muss langfristig gesichert werden.
Gleichzeitig sollten wir Förderprogramme von Bund und Land konsequent nutzen – insbesondere für energetische Sanierungen, Klimaschutz und die Modernisierung der Sportstätten.

2. Können sich die Menschen in der Elbtalaue darauf verlassen, dass es keinen Rückzug der Samtgemeinde aus dem Bäderbetrieb geben wird?

Unser Ziel ist es, die Bäder dauerhaft zu erhalten. Sie gehören zur öffentlichen Daseinsvorsorge und sind wichtig für den Schwimmunterricht, den Vereinssport, die Gesundheitsförderung, den Tourismus und die Lebensqualität in der Elbtalaue. Deshalb sollte die Samtgemeinde diese freiwillige Aufgabe auch künftig im Haushalt berücksichtigen.

Die Fragen hat Daniela Muchow, von der EJZ an KalliEco gestellt.

1. Zunächst: Sind die sechs Kandidaten auf der Liste für den Gemeinderat Neu Darchau Newcomer oder besteht Erfahrung im kommunalpoltischen Bereich? Dann bitte kurz aufführen, wer wann wo. Danke

Alle sechs sind Newcomer und sind auch froh darüber, dass sie Newcomer sind. Denn wir von KalliEco haben das Gefühl, dass wir in den Räten frischen Wind gut gebrauchen können. Es wäre nämlich eine große Kunst, lange ohne einzurosten in solchen Ämtern zu sein und oftmals dieselben Prozeduren zu wiederholen – und zugleich für frische neue Ideen und einen neuen Umgang miteinander zu sorgen. Diesen frischen Wind bringen wir mit. Da sind vielleicht einige Politiker in den Gremien, die solch frischen Wind nicht mehr so ganz haben, die uns aber darauf hinweisen können, was bisher schon getan wurde und wie man alles richtig macht. Das ergänzt sich.

Insofern glauben wir, dass wir als Newcomer bestens geeignet sind, gewählt zu werden. Damit dann endlich auch mal was Neues passiert. In unseren Augen gibt es nämlich viel zu wenig Innovation, viel mehr wäre möglich. Dafür steht KalliEco.

3. Welche Rolle sollte aus Ihrer Sicht die Fähre einnehmen?

Sie hat eine wichtige Rolle, weil eine gute Fährverbindung, solange wir keine Brücke haben, absolut notwendig ist. Deshalb sind wir dankbar dafür, dass die Fähre Tanja bisher den Verkehr auf eine recht gute Weise aufrechterhält. Das Personal ist freundlich. Und natürlich ist die Überfahrt insbesondere für Touristen ein schönes Erlebnis. Das sind ebenso die anderen Elbattraktionen, die sehr im Sinne von KalliEco sind: beispielsweise der neue Kanuverleih, den der Bürgermeister Neu Darchaus installiert hat, auch das Sofafloß in Hitzacker und einiges mehr. KalliEco wird gern weiter solche Attraktionen unterstützen.

5. Frau Brady, streben Sie das Amt als Bürgermeisterin an?

Das strebe ich keinesfalls an, da wir einen Bürgermeister haben, der dies Amt in meinen Augen schon seit vielen Jahren in guter Weise ausfüllt. Das heißt aus unserer Sicht: Hier sind KalliEco-Ziele auch SPD-Ziele. Das wird von Ort zu Ort im Landkreis verschieden sein. KalliEco wird überall mit anderen Parteien Kooperationen anstreben, je nachdem, wie die Ziele von KalliEco am Besten zu verwirklichen sind.

Für Neu Darchau ist zu sagen, dass wir davon ausgehen, hier in zufriedenstellender Weise mit dem bisherigen Bürgermeister zusammenzuarbeiten. Wir denken, dass das möglich wird, wenn uns genügend Bürger wählen. Selbstverständlich bin ich auch bereit – sollte sich die Aufgabe stellen – als stellvertretende Bürgermeisterin tätig zu werden. Eine Frau an dieser Stelle wird Neu Darchau sicherlich gut tun.

2. Wie stehen Sie zu dem Thema Elbbrücke? Bitte Position zum Projekt insgesamt und auch zum Thema Zuwegung.

An sich befürworten wir die Brücke. Sie würde den Menschen in der Arbeit und auch sonst im Leben viel erleichtern. Nur müsste sie eben eine Trassenführung haben, die bei ihrer Anbindung auf beiden Elbseiten so wenig Schäden wie möglich für Mensch und Natur verursacht. Da, wo die Brücke in Neu Darchau bisher geplant ist, ist sie schädlich für beide. Das heißt, man müsste gemeinsam eine Trassenführung finden, die umweltverträglich ist und zugleich der Lebensqualität der Anwohner gerecht wird. Ein so großes Projekt kann man nicht mit einer einfachen Mehrheit stemmen, man braucht mindestens 70 oder 80 Prozent Zustimmung. Es kommt darauf an, einen breiten Konsens herzustellen. Bisheriger Konsens: Nein zur Brücke, so wie sie jetzt geplant ist. Dem schließen wir uns an. Wir würden es jedoch begrüßen, wenn nach einer anderen Trassenführung gesucht wird, die den Bedürfnissen der Natur und der Anwohner in hohem Maße entspricht. KalliEco ist gerne bereit, zusammen mit anderen einen solchen Vorschlag vorzubereiten. Er sollte allerdings überzeugend sein.

4. Wie wollen Sie in den kommenden Jahren den Hauptort Neu Darchau entwickeln?

Wir sehen in Neu Darchau, wie eigentlich überall im Landkreis, einen großen Nachholbedarf in Sachen Schönheit. Man kann nicht unbedingt davon sprechen, dass Schönheit Neu Darchau auszeichnet, obwohl in den letzten Jahren außerordentlich viel passiert ist. An vielen kleinen Orten ist es schöner geworden. Doch lässt sich noch deutlich mehr tun, um Neu Darchau zu dem zu entwickeln, was KalliEco will. Es kann in vielerlei Hinsicht mehr Farbe ins Dorf einziehen: menschlich, sozial, baulich, ökologisch.

Beispielsweise: Menschen lieben Blumen; wir brauchen Blumen. Da können uns die hiesigen Bauerngärten, die noch manchmal gepflegt werden, Vorbild sein. In diesen Gärten gibt es nämlich noch Farben; da schätzt man noch die Blumen. Wo es bunte Blumenmeere gibt, gibt es auch bunte Seelen, zufriedene Seelen. Das braucht der Mensch. Und das ist zugleich das, was die Insekten ebenso brauchen: Sie lieben bunte Gärten. Natur und Mensch wieder zusammenzubringen, ist eines der Ziele von KalliEco. So sollte aus Neu Darchau ein Blumendorf, ein kleines Blumenstädtchen werden. Mit Kunst und Bildung verbunden. Ein Ort, wo das Leben wieder in neuer Weise Spaß macht. Wo die Bürger aus ihren Häusern kommen, wo sanfter Tourismus für wirtschaftlichen Aufschwung sorgt.

Wir wissen, dass viele Menschen in Neu Darchau dasselbe Bedürfnis haben. Wir freuen uns, wenn sie sich mit KalliEco zusammentun, um das Projekt voranzubringen.

6. Welche Partei oder Gruppierung, die für den Gemeinderat kandidiert, können Sie sich als Partner vorstellen? Die bisherigen Wahlperioden haben gezeigt, dass ohne keine Mehrheiten zu erreichen sind.

Wie schon betont, sehe ich hier in Neu Darchau die SPD als natürlichen Partner. Die CDU müsste sich sehr bewegen, mit der Bürgerliste sehe ich wenig Schnittstellen. Wie wir es mit den Grünen halten, wissen wir noch nicht. Wir sehen sie, wie überall, sehr gemischt. Auch in der Wahlliste Neu Darchaus finden wir Kandidaten, die wirklich glaubwürdig sind, andere, deren Lebenslauf das nicht unbedingt nahelegt. Von daher: Wer sicher sein will, dass auch grün drin ist, wo grün draufsteht, wählt KalliEco. Das beweisen unsere Kandidaten Tag für Tag mitten im Leben.

Die Fragen hat Rouven Groß, von der EJZ an KalliEco gestellt.

1. Was sind die drei wichtigsten politischen Ziele, die Sie in den nächsten fünf Jahren im Kreistag durchsetzen möchten? Begründen Sie knapp, warum diese Ziele aus Ihrer Sicht so wichtig sind.

Ziel A.

Grün und schön – so möchte KalliEco den Landkreis gestalten. Wendland wird Gartenland. Eine Modellregion, die Menschen von nah und fern fasziniert. Einer Welt, die zunächst von Nützlichkeit, jetzt von Nachhaltigkeit geprägt ist, zeigt unsere Region, dass Schönheit als ein drittes Element dazu treten muss. Sie wirkt heilsam, verbindet Mensch und Natur. Sie ist sozial. Eine aufregende Welt, die zwischen Elbtalaue und der Kernregion Wendland entsteht.
Beispiel ist der Michaelshof Sammatz. Von dort aus wurde die Wählergemeinschaft KalliEco gegründet. Die Community, die in Sammatz lebt und arbeitet, hat einen Ort entwickelt, der durch seine natürliche Schönheit verzaubert.

Ziel B.

Sanfter Tourismus ist der Bereich in unserem Landkreis, der deutlich zu einem wirtschaftlichen Aufschwung führen wird. In einer Landschaft, die grün und schön vereint, werden unterschiedliche Wirtschaftszweige eingebunden, um unsere Region für Menschen von nah und fern zu erschließen: von Hotellerie bis Gastronomie, von diversen Freizeitangeboten und Dienstleistungen bis zur Landwirtschaft, von der wir denken, dass bis zu 50% der wirtschaftenden Höfe auf ökologische Bewirtschaftung umstellen würden. Voraussetzung:  Umstellungshilfen müssen bereitgestellt sowie Verarbeitung und Vertrieb der anfallenden Produkte gefördert werden. Zusätzlich profitieren vom sanften Tourismus Baugewerbe und Handwerk, Einzelhandel und Verkehr sowie viele weitere Betriebe unserer Region.

Ziel C.

Der Weg dahin: Bürger sprechen mit Bürgern. In Dörfern und Städtchen brauchen wir eine neue Gesprächskultur. Nur wenn sich überall in unserer Region Menschen engagieren, aus ihren Häusern und Burgen herauskommen, ist eine solche Modellregion realisierbar. Ideen sind zu entwickeln und umzusetzen, wie sie gerade zu dem jeweiligen Ort passen. Das kann nur durch die dort wohnenden Bürger geschehen. Dazu bedarf es in jedem Dorf, in jedem Städtchen Gesprächsforen, zuerst allgemeiner Art, dann zu den unterschiedlichen Aufgabenstellungen. Wir reden miteinander: das Bürgergespräch ist der Schlüssel, um eine Modellregion Wendland zu realisieren.
Eine Graswurzelbewegung hätte man es früher genannt, die sich dann mit Politik und Behörden zwecks weiterer Umsetzung trifft.

2. Bei welchen Parteien/Listen sehen Sie Schnittmengen, um diese Ziele durchzusetzen beziehungsweise für Kooperationen bis hin zu Gruppenbildungen?

Schnittmengen sehen wir zu allen Parteien und Wählergemeinschaften. Wir denken, dass überall Menschen für neue Ideen aufgeschlossen sind

3. Wie beurteilen Sie die Arbeit der bisherigen Mehrheitsgruppe Elbtalaue-Wendland (CDU, UWG, SPD) und sollte diese Gruppe ihre Arbeit fortsetzen?

Wir von KalliEco halten nicht so viel von festen Mehrheitsgruppen im Kreistag. Es sollte Partei-unabhängig geschaut werden, wer zu welchem Thema gerade die beste Idee hat. Das Wichtigste sollten die Menschen sein, nicht ihre Parteien/Wählergemeinschaften.

4. Welchen Stimmenanteil erwarten Sie für Ihre Partei/Gemeinschaft bei der Kreistagswahl?

Da wir neu in der politischen Landschaft auftauchen, können wir leider keinerlei Prognosen dazu abgeben. Wir freuen uns über ein gutes Ergebnis.

1. Der Landkreis sollte sich über Landes- und Bundesvorgaben hinaus für die Aufnahme von Geflüchteten einsetzen.

Neutral

Wir finden es wichtig, dass Menschen, die tatsächlich Schutz benötigen, diesen auch erhalten, egal ob über oder unter der Grenze der Bundesvorgaben. Gleichzeitig unterstützen wir es, gemeinsam ein tragfähiges Integrationskonzept zu entwickeln, das Unterbringung, Sprachförderung, Bildung, Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe für Geflüchtete sinnvoll miteinander verbindet.

2. Der Landkreis muss soziale Angebote für benachteiligte Familien und das Frauenhaus in größerem Maß finanziell unterstützen.

Stimmen zu

Soziale Angebote für benachteiligte Familien und das Frauenhaus sind dringend nötig. Der Landkreis sollte diese wichtigen Einrichtungen im Rahmen seiner Möglichkeiten verlässlich unterstützen und gemeinsam mit Land und freien Trägern dafür sorgen, dass die Angebote langfristig gesichert, gut erreichbar und bei Bedarf ausgebaut werden. Dabei sollte sich die Unterstützung daran orientieren, was die Betroffenen im Alltag wirklich brauchen – beispielsweise gemeinsame Ausflüge oder Gesprächsangebote.

3. Der Landkreis soll sich dafür einsetzen, dass die ökologische Landwirtschaft im Wendland einen noch größeren Anteil bekommt.

Stimmen zu

Der Erhalt fruchtbarer Böden und die Förderung von Biodiversität sind für uns unverzichtbar – in ihnen liegt unsere Zukunft! Deshalb soll der Landkreis ökologische Landwirtschaft gezielt unterstützen und Betrieben den Weg in Richtung Bio erleichtern. Dazu gehören gute Beratung, Austausch, regionale Vermarktung weiterhin zu stärken und praktische Starthilfe bei Anträgen, Dokumentation und Kontrollen.

4. Der Landkreis sollte die Einrichtung eines stationären Hospizes unterstützen.

Stimmen zu

Sterben gehört zum Leben dazu und sollte würdevoll begleitet werden. Im Landkreis gibt es bereits wertvolle ambulante Hospiz- und Palliativangebote, aber bislang kein stationäres Hospiz. Wenn der Bedarf dafür besteht, möchten wir dessen Einrichtung unterstützen und dabei die vorhandenen Erfahrungen und Strukturen vor Ort einbeziehen.

5. Der Landkreis muss aktiv Angebote zur Ansiedlung von Fach- und Allgemeinmedizinern machen.

Stimmen zu

Eine gute medizinische Versorgung sollte nicht am Stadtrand enden. Der Landkreis sollte deshalb konkrete Anreize schaffen, damit sich Haus- und Fachärztinnen und -ärzte hier niederlassen wollen und eine Praxisnachfolge im Wendland attraktiv wird. Dazu gehören neben dem Erhalt der Elbe-Jeetzel-Klinik auch gute Bedingungen für Familien, Offenheit gegenüber internationalen Ärztinnen und Ärzten sowie lebenswerte und blühende Ortschaften.

6. Der Landkreis sollte eigene soziale Wohnungsbauprojekte initiieren.

Neutral

Der Landkreis muss nicht selbst zum großen Bauherrn werden, sollte aber dort gezielte Projekte anstoßen, wo bezahlbarer Wohnraum wirklich fehlt – etwa für Auszubildende, Fachkräfte, ältere Menschen und Menschen mit geringem Einkommen. Solche Vorhaben kommen für uns dann infrage, wenn sie für den Landkreis langfristig finanzierbar sind und Fördermittel von Land und Bund sinnvoll genutzt werden.

7. Die Kita-Beiträge im Krippenalter sollten sinken.

Stimmen zu

Wir befürworten niedrigere Kita-Beiträge im Krippenalter. Verlässliche und bezahlbare Kinderbetreuung entlastet Familien, erleichtert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und ermöglicht Eltern, sich beruflich und gesellschaftlich einzubringen.

8. Die Kreisverwaltung muss personell verschlankt werden.

Neutral

Eine schlanke Verwaltung ist gut – aber nicht, wenn am Ende niemand mehr ans Telefon geht oder Zeit für die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger hat. Wo Digitalisierung und KI Arbeit erleichtern, sollten wir diese Chancen nutzen und Mitarbeitende gut dafür schulen. Frei werdende Zeit gehört für uns dorthin, wo persönlicher Kontakt und echte Unterstützung gebraucht werden.

9. Der Landkreis sollte ein Tierheim für Lüchow-Dannenberg einrichten und betreiben.

Stimmen zu

Das Wohl der Tiere liegt uns am Herzen. Deshalb unterstützen wir ein Tierheim für Lüchow-Dannenberg – am besten in Zusammenarbeit mit bestehenden Tierschutzvereinen und dem Tierheim Lüneburg, das bereits jetzt Tiere aus unserem Landkreis aufnimmt. Wichtig ist uns dabei eine Lösung, die dauerhaft finanzierbar bleibt.

10. Radverkehr sollte in der Verkehrsplanung Vorrang vor Autoverkehr haben.

Neutral

Im ländlichen Raum bleibt das Auto für den Großteil der Menschen unverzichtbar – deshalb halten wir einen grundsätzlichen Vorrang des Radverkehrs in der Verkehrsplanung nicht für realistisch. Trotzdem sollte parallel das Radwegenetz in Lüchow-Dannenberg gezielt ausgebaut werden, besonders dort, wo Ortschaften bisher schlecht oder gar nicht angebunden sind und gefährliche Lücken ein sicheres Radfahren für Jung und Alt verhindern. Wir unterstützen die Arbeit am aktuellen Radverkehrskonzept und hoffen dazu beitragen zu können, dass zeitnah konkrete Verbesserungen zu verzeichnen sind.

11. Der Landkreis sollte eine Reaktivierung der Bahnstrecke Dannenberg-Lüchow-Wustrow anstreben.

Stimmen zu

Die Bahnstrecke ist eine wichtige Zukunftschance für das Wendland und sollte reaktiviert werden. Der Kreistag hat sich 2025 bereits einstimmig dafür ausgesprochen, die Verbindung zu sichern. Diesen Weg unterstützen wir weiterhin und möchten die Reaktivierung mit vorantreiben.

12. Die geplante Elbbrücke bei Neu Darchau muss verhindert werden.

Stimmen zu

Eine feste Elbquerung in Neu Darchau hätte viele Vorteile: Sie würde die Gemeinden auf beiden Elbseiten verlässlicher miteinander verbinden und könnte Tourismus und Wirtschaft in der Region stärken. Der Brückenplanung können wir jedoch in ihrer jetzigen Form aus sozialer und ökologischer Perspektive nicht zustimmen. Als verbindendes Herzstück unserer Region ist die Flachwasserfähre vorerst eine gute Lösung.

13. Der Landkreis sollte sich das Ziel setzen, bis 2035 klimaneutral zu sein.

Stimmen zu

Klimaneutralität bis 2035 erscheint uns als ein sinnvolles Ziel für Lüchow-Dannenberg. Dabei geht es uns aber nicht nur um Vorgaben, sondern darum, ein Umweltbewusstsein bei den Bürgerinnen und Bürgern zu schaffen, das aus echter Liebe zur Natur entsteht. Im Sinne von Cradle to Cradle möchten wir nicht nur fragen, wie wir weniger schaden, sondern auch, was wir aktiv für die Natur tun können – mit dem Ziel, langfristig sogar klimapositiv zu werden.

14. Windkraftanlagen sollten nicht in Wald- oder Forstgebieten gebaut werden.

Neutral

Intakte und ökologisch wertvolle Wälder sollten vor dem Bau von Windkraftanlagen grundsätzlich geschützt bleiben. Auf bereits stark geschädigten oder forstwirtschaftlich geprägten Flächen kann eine Nutzung jedoch nach sorgfältiger Prüfung vertretbar sein. Gerade weil im aktuellen RROP-Entwurf große Waldflächen als mögliche Windvorranggebiete vorgesehen sind, braucht es eine genaue Betrachtung jedes einzelnen Standorts statt eines pauschalen Ja oder Nein.

15. Es gibt im Wendland zu viele Flächen mit Schutzstatus wie Natur- und Landschaftsschutz oder Natura 2000.

Neutral

Die vielen Schutzgebiete sind ein großer Schatz für das Wendland! Sie bewahren dessen besondere Flora und Fauna und bieten vielen seltenen Vogel- und anderen Tierarten einen wichtigen Lebensraum. Gleichzeitig darf das nicht bedeuten, dass jede Entwicklung außerhalb der Dorf- oder Stadtgrenzen stillsteht: Auch für Gemeinden, Landwirtschaft und Wirtschaft müssen sinnvolle Lösungen und Wachstum möglich bleiben.

16. Menschen im Asylverfahren sollten ausschließlich in einer zentralen Unterkunft wie Neu Tramm untergebracht werden.

Stimmen nicht zu

Zentrale Unterkünfte für Geflüchtete wie Neu Tramm erleichtern die Organisation von Betreuung, Unterbringung und wichtigen Versorgungsangeboten enorm. Trotzdem sollte niemand ausschließlich dort untergebracht werden müssen: Wenn passende dezentrale Wohnmöglichkeiten bestehen, sollten diese genutzt werden, um Integration zu erleichtern und die Unterbringung auch in andere Teile des Landkreises zu verteilen.

17. Jeder Ort in Lüchow-Dannenberg muss im Stundentakt vom ÖPNV bedient werden.

Stimmen nicht zu

Das ist zwar eine tolle Vorstellung, die jedoch für einen so dünn besiedelten Landkreis wie den unseren finanziell nicht leistbar ist. Deshalb setzen wir auf ein kluges Mobilitätskonzept, das den ÖPNV sinnvoll mit flexiblen Angeboten ergänzt.

18. Der Kauf der Liegenschaft Neu Tramm war ein Fehler.

Stimmen nicht zu

Der Kauf von Neu Tramm war aus unserer Sicht kein Fehler, sondern eine sinnvolle Investition in eine dauerhaft nutzbare Liegenschaft des Landkreises. Heute ermöglicht der Standort eine dringend benötigte zentrale Unterbringung für Geflüchtete mit Betreuung und wichtigen Versorgungsangeboten. Gleichzeitig bietet das Gelände langfristig die Chance, auch für weitere öffentliche oder soziale Nutzungen eingesetzt zu werden – je nachdem, wie sich die Bedürfnisse des Landkreises entwickeln.

19. Der ÖPNV sollte auf den Schülerverkehr reduziert werden.

Stimmen nicht zu

Der Schülerverkehr muss zuverlässig abgedeckt sein, aber der ÖPNV ist für alle da. Auch Einwohnerinnen und Einwohner ohne Auto sowie Gäste und Touristen brauchen gute Verbindungen, um im Landkreis mobil zu sein – so viel eben stemmbar ist!

20. Der Landkreis sollte weitere Blitzer aufstellen bzw. anschaffen.

Stimmen nicht zu

Mit 17 stationären und drei mobilen Messanlagen ist der Landkreis bereits gut aufgestellt. Weitere Blitzer sollten deshalb nicht pauschal angeschafft, sondern dort eingesetzt werden, wo zu schnelles Fahren Menschen konkret gefährdet – besonders in Ortseingängen, an Schulen oder stark frequentierten Straßen.

21. Der Landkreis sollte ein eigenes Carsharing-Angebot aufbauen.

Stimmen zu

Carsharing kann gerade im ländlichen Raum eine sinnvolle Ergänzung zum ÖPNV sein. Der Landkreis sollte deshalb gemeinsam mit der Bevölkerung prüfen, wo ein echtes Interesse besteht, und dort bestehende Angebote unterstützen oder neue Modelle aufbauen. So können Mobilität verbessert und Kosten sowie Ressourcen eingespart werden.

22. Die Wirtschaftsförderung des Landkreises muss mehr tun, um Industriebetriebe anzusiedeln.

Stimmen zu

Wir möchten vor allem Betriebe gewinnen, die zum Wendland passen: zukunftsfähig, verantwortungsvoll und grün. Gleichzeitig sollen auch klassische Industriebetriebe ihren Platz finden und Arbeitsplätze schaffen. Dafür braucht es eine breit aufgestellte Wirtschaftsförderung, die neben Unternehmen auch Wohnraum, Kinderbetreuung, Kultur und lebenswerte Orte mitdenkt – so entstehen neue Steuereinnahmen und echte Entwicklung für die ganze Region.

23. Der Landkreis sollte die Beregnung von Äckern stärker kontrollieren und gegebenenfalls einschränken.

Stimmen nicht zu

Wasser ist eine kostbare Ressource, und die Sorge um sinkende Grundwasserstände beschäftigt viele Menschen im Landkreis zu Recht. Eine stärkere Kontrolle oder pauschale Einschränkung der Ackerberegnung halten wir dennoch nicht für den richtigen Weg, denn die Wassermengen sind bereits begrenzt, und bei anhaltender Trockenheit kann der Landkreis zusätzlich eingreifen. Landwirtinnen und Landwirte tragen Verantwortung für Wasser und Böden, aber ebenso für ihre Felder, ihre Tiere und unsere Lebensmittel – deshalb halten wir die bestehenden Regeln und Kontrollen grundsätzlich für ausreichend.

24. Beim Denkmalschutz sollten Eigentümer möglichst viel Spielraum bei Veränderungen bekommen, um beispielsweise PV-Anlagen auf Dächern zu ermöglichen.

Stimmen zu

Moderne und Geschichte müssen sich nicht ausschließen. Eigentümerinnen und Eigentümer sollten mehr Spielraum für zeitgemäße Lösungen wie PV-Anlagen bekommen, solange der besondere Charakter des Gebäudes und das Gesamtbild möglichst erhalten bleiben. Statt pauschaler Verbote braucht es sinnvolle und passende Lösungen für den jeweiligen Einzelfall.

25. So viel Windkraft in so kurzer Zeit wie möglich: Dafür muss sich der Landkreis einsetzen.

Neutral

Der Ausbau der Windkraft ist wichtig und sollte zügig vorangehen – aber nicht um jeden Preis und nicht über die Köpfe der Menschen hinweg. Neue Anlagen müssen Natur, Landschaftsbild und die Interessen der betroffenen Orte berücksichtigen. Statt weniger, großer Windparks wollen wir stärker auf dezentrale Lösungen und Bürgerbeteiligung setzen – zum Beispiel, dass jedes Dorf und jede Stadt ein eigenes kleineres Windrad bekommt und damit einen Teil der Ortschaft versorgt.

Korrespondenz Ingrid Bergschmidt und KalliEco auf Instagram

Ingrid Bergschmidt:
Ach ist das alles schön. Seit wann ist es die Aufgabe von Politik, schöne Blasen zu machen? Ein bisschen mehr Realitätsnähe würde wohl nicht schaden.

Kallieco:
Hallo Frau Bergschmidt, wenn Sie wissen möchten, wie ‹KalliEco-Blasen› aussehen, die schon Realität geworden sind, laden wir Sie gern nach Sammatz zum Michaelshof ein. Dort finden Sie mehr als 200 Menschen, die nach den Leitlinien von KalliEco – sozial, global, nachhaltig. Einfach schön – zusammenleben und arbeiten. Und beispielsweise über 50.000 Besucher von nah und fern, die jährlich unsere Gärten, unser Café, unseren Archehof und vieles mehr besuchen. Sprich ein Modell-Projekt für unsere Region, das Sie erleben, riechen, fühlen, anfassen können. Das hätten wir, ohne dass wir echte Pragmatiker wären, nie geschafft… 😉 Vielleicht kommen wir ins Gespräch?

Ingrid Bergschmidt:
50.000 Besucher! Müssten ja steuerlich gesehen dem Landkreis bzw der Elbtalaue einiges ins Portemonnaie spülen. Da aber euer Verein ehrenamtlich arbeitet, fallen da Steuereinnahmen an?

KalliEco:
Hallo Frau Bergschmidt,
danke für Ihre freundliche Nachfrage. Sie zeigt uns deutlich, wie nötig eine Wählergemeinschaft wie KalliEco ist. Denn Ihre Frage zielt zunächst allein in Richtung Nützlichkeit. Mehr Steuereinnahmen nutzen der öffentlichen Hand, geben den Kommunen (vielleicht) einen ausgeglichenen Haushalt. KalliEco sitzt allerdings mit drei Zielrichtungen am Tisch, die unser öffentliches Leben prägen sollten: Nützlichkeit. Nachhaltigkeit. Schönheit.
Nützlichkeit bestimmt als Maxime unser Leben. Allein hat es zur Ausbeutung und Zerstörung der Natur geführt. Dadurch ist die Frage nach Nachhaltigkeit aufgekommen, nach Ökologie, nach Grün. Die Klimakatastrophe macht darauf neben Vielem aufmerksam.
Doch fehlt die Schönheit als Drittes, die scheinbar nutzlos und nicht unbedingt nachhaltig daherkommt. Doch zum Leben brauchen wir sie ebenso wie die anderen Beiden. Schönheit gibt Luft zum Atmen, gibt Freude und Entspannung, macht friedfertig. Nützlichkeit und Nachhaltigkeit werden viel effizienter realisiert, sitzt Schönheit mit am Tisch. Sie macht sich wortwörtlich bezahlt, aber nicht als Zweck, sondern durch sich selbst.
Nun zurück zu Ihrer Frage: In diesem Sinn spülen die Sammatzer Initiativen natürlich auch Einnahmen ins Portemonnaie der öffentlichen Hand. Der Besuch unserer Garten- und Parkanlagen ist allerdings für jeden Besucher kostenfrei. Doch Landwirtschaft und angegliederte Verarbeitungsbetriebe, Café und Hofladen sind gewöhnliche Geschäftsbetriebe, deren Einnahmen wie überall versteuert werden. Sozialtherapie und Kultur werden von gemeinnützigen Trägern geführt.
Dazu profitiert die umliegende Region in vielerlei Hinsicht von den Sammatzer Initiativen: Gastronomie und Verkehr, Einzelhandel und Übernachtung, Bau- und verwandte Gewerbe, touristische Ziele und kulturelle Events. Auch sind wir einer der größten Arbeitgeber im nördlichen Landkreis.
Von daher: Michaelshof und KalliEco – ein Highlight im Wendland. Sozial. Global. Nachhaltig. Einfach schön.
Mit Grüßen an die Bürgerliste Lüchow!

Ingrid Bergschmidt:
Dazu könnte ich jetzt ganz ganz viel sagen. Aber ihr seid ein bisschen wie Teflon. Von daher spare ich mir die Hinweise auf viele fragwürdige Punkte.

Kallieco:
Vielen Dank, dass Sie uns mit Teflon vergleichen. Das heißt ja nur, dass KalliEco nichts anbrennen lässt! Ein echtes Kompliment. 😉
Weshalb Sie sich als Pragmatikerin der Bürgerliste Lüchow bezeichnen, bleibt uns nach diesem Beitrag allerdings verborgen. Beste Grüße

Ingrid Bergschmidt:
Weil ich ganz pragmatisch keine Lust darauf habe, eure weichgespülte Schönheit weiter zu kommentieren. Das ist mir alles zu viel PR.

Kallieco:
Hallo Frau Bergschmidt,
entschuldigen Sie die späte Antwort. Viel zu tun überall.
Wir bedauern, das Ihnen wohl nicht mehr viel eingefallen ist. Dass Sie unser Herzensanliegen als Bemühen um >weichgespülte Schönheit< bezeichnen, finden wir etwas unpassend. Wir leiten unser Verständnis von Schönheit nämlich von der Natur ab. Diese zeigt uns überall, was Schönheit ist.
Wir haben gehört, dass es Ihr Anliegen ist, in unserem Landkreis ein Tierheim einzurichten. Das können wir von Kallieco aus ganzem Herzen begrüßen. Doch sind auch die Tiere Teil der Natur. Wir finden Tiere an sich schön. Daher umso mehr bedauernswert, dass Sie wohl auch den Tieren nur eine >weichgespülte Schönheit< zugestehen. Oder doch nicht? Dann wären wir ja auf einer Wellenlänge.
Doch warum müssen Sie so abwertend mit einem Begriff von Schönheit umgehen, den wir ja mit vielen Menschen teilen? Kommt Ihnen das vielleicht zu nahe?
Alles Gute!

Ingrid Bergschmidt:
Ihr glaubt nicht ernsthaft, dass ich die Natur oder Tiere als "weichgespülte" Schönheit verstehe, das wäre echt albern.
Wer mir das zutraut, kennt mich und meine Arbeit nicht.

Korrespondenz 007_007_007_007_00 und KalliEco auf Instagram

007_007_007_007_00 am 27.08.21

Klingt alles sehr schön. Wie seht ihr das wenn grundlegende Gesetze übergangen werden die dem Schutz der Natur und Landschaft dienen und wenn Waldflächen gerodet werden um Tief- und Hochbauprojekte mit Prestigefaktor umzusetzen?

KalliEco am 30.08.21

Du stellst zwei Fragen, die nicht so leicht zu beantworten sind, da sie sehr breit gehalten sind. Zum Ersten: selbstverständlich sind wir dagegen, Gesetze zu übergehen, die dem Schutz der Natur und der Landschaft dienen. Warum sollte man das tun? Es gibt doch gar keinen Sinn. Gerade KalliEco ist angetreten, um mit der Natur zusammen zu arbeiten, um mitzuhelfen, die Natur zu schützen, mit ihr gemeinsam an einer guten Zukunft der Erde zu arbeiten.

Die andere Frage nach der Rodung von Waldflächen sehen wir differenziert: es ist wohl kein Problem, die weit verbreiteten Kiefern- und Fichtenspargelwälder, die vor einigen Jahrzehnten ausschließlich zur schnellen Holzgewinnung sprich Kaptitalvermehrung angebaut wurden, heute zu roden, wenn dafür Ausgleichsflächen geschaffen werden, die aus wertvollen Laubhölzern bestehen. Bei diesen ist es logisch, dass sie mit voller Berechtigung unter Naturschutz stehen. Sie werden von Vögeln, Insekten und vielen anderen Tieren bewohnt. Das fein durchscheinende Licht ermöglicht eine spezielle, bezaubernd ausschauende Flora. Die Fichten- und Kiefernspargelwälder sind leider weitgehend von Flora und Fauna leer.

Bisschen unklar bleibt, was du mit diesen Fragen bezweckst? Sie beantworten sich doch bei KalliEco von selbst, schau doch einfach mal auf unsere neue Website.

Bleibt noch die Frage, was du mit Tief- und Hochbauprojekten mit Prestige-Faktor meinst? Sowas findet man doch meist nur im städtischen Zusammenhang. Auch bei uns auf dem Land?

007_007_007_007_00 am 31.08.21

Ich bezwecke mit meinen Fragen eine selbstkritische Hinterfragung des eigenen Handelns. Es ist leicht nette Ideen zu propagieren; aber nur so lange sie nicht dem eigenen Interesse entgegenstehen.
Mit Hochbauprojekten meine ich z.B. Wohnhäuser mit Unterkünften für Volunteers, Mitarbeiter, u. dgl. Mit Tiefbauprojekten meine ich z.B. einen künstlich angelegten See in einem Schutzgebiet welcher umsäumt wird mit befestigten Hängen und Anpflanzungen mit nichtheimischen Arten. Einen ökologischen Mehrwert, bzw. eine Verbesserung für die Natur haben solche Projekte mit Sicherheit nicht. Sie sind in der Regel meistens sehr schön anzuschauen und haben einen hohen Erholungs- und Prestigewert.
Die genannten Beispiele kann man manchmal direkt vor der eigenen Haustür vorfinden – sogar auch im ländlichen Raum – .
Da viele Menschen gerne die Augen vor der Realität verschließen wird so etwas gerne mal toleriert. Es freut mich aber natürlich, dass das mit der KalliEco e.V. – nicht nur theoretisch – alle viel besser wird. GLÜCKWUNSCH!👏👏👏

KalliEco am 31.08.21

Hey 007, deine Ausführungen haben leider keine Grundlage in der Sammatzer Realität. Du bist wahrscheinlich den Fake News aufgesessen, die in den vergangenen Monaten in der EJZ lanciert wurden. Eine ausführliche Stellungnahme erscheint dazu nächste Woche in der ‹KalliEco Post›, die der EJZ beiliegt. Mit sonnigen Herbstgrüßen

KalliEco – werde Teil unseres Teams!